2006 haben Anleger in Deutschland so viel Geld wie noch nie aus heimischen Fonds abgezogen. Bei den Fonds sei mit gut 14 Milliarden Euro der bislang größte Mittelabfluss zu verzeichnen, teilte die Deutsche Bundesbank in Frankfurt mit.

Das grösste Kapital wurde 2006 mit 9 Milliarden Euro aus offenen Immobilienfonds zurückgenommen. Mit den Aktienfonds (6,5 Mrd Euro) und Rentenfonds (4 Mrd Euro) mussten auch die beiden anderen Fondssparten zurückzahlen. Das verwaltet Vermögen stieg trotzdem auf Grund von Wertsteigerungen um 1,5 Milliarden auf 354,5 Milliarden Euro.

Den Grund für die Zurückhaltung privater Anleger beim Aktiengeschäft sah die Bundesbank in einer geringeren Risikobereitschaft. Außerdem könnten gerade bei Privatanlegern psychologische Aspekte relevant gewesen sein, sagte die Bank. “So notierten viele Aktien im Jahr 2006 zumindest in der Nähe ihrer historischen Höchststände, was Anlegern, die in Zeiten der letzten Hausse investiert hatten, einen Ausstieg ohne nominellen Kapitalverlust ermöglichte.” Obwohl Aktien im vergangenen Jahr weltweit bedeutende Kursgewinne erzielten, seien auch Direktanlagen in Dividendenwerte rückläufig gewesen.

Ein Teil des frei gewordenen Geldes wurde der Bank zufolge in gemischte Fonds und gemischte Wertpapierfonds investiert, die per Saldo Anteilsscheine für 2 Milliarden beziehungsweise 1 Milliarde Euro absetzen konnten. Noch stärker profitierten allerdings mit 25 Milliarden Euro ausländische Zertifikate. Der Nettoabsatz ausländischer Investmentanteile lag der Bundesbank zufolge seit der Vereinfachung des Vertriebes Anfang 2004 in jedem Jahr über dem Aufkommen für inländische Publikumsfonds.

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