In den letzten Jahren haben viele Anleger in Deutschland schlechte Erfahrungen mit geschlossenen Immobilienfonds gemacht. Gerade weil diese Fonds “geschlossen” sind und die Konstruktion der Gesellschaft aber auch der Geschäftsleitung oft ein Eingreifen der Anleger nahezu unmöglich macht, werden diese Erfahrungen gemacht.

Es wird davon berichtet, das der Treuhänder oder die Geschäftsleitung beschlossene Maßnahmen nur zögerlich oder sehr langsam durchführen. Im Falle des Leerstandes wird nur ein, vermutlich befreundeter, Makler mit der Suche nach potentiellen Mietern beauftragt. Einwände von Anlegern, doch mehrere Makler zu beauftragen, werden als unseriös abgetan. Das es dann oft weit mehr Zeit braucht, und damit Geld der Anleger - denn die Einnahmen bleiben weiter gering - aber die Raten an die Banken müssen pünktlichst bezahlt werden, um einen Mieter oder nur Teilmieter zu finden ist klar. Oft hat man den Eindruck Treuhänder und Geschäftsleitung haben kein Interesse daran, dass die Gesellschaft profitable läuft. Wenn sie nicht im großen Maße daran beteiligt sind, ist das ja nur all zu klar. Die meisten Anleger haben nur einmal im Jahr auf der Gesellschafterversammlung die Möglichkeit (mit-) zu entscheiden.

In einem anderen Fall wird, von der Geschäftsleitung, einem Hauptmieter einer Immobilie über Monate die Miete gestundet. Dann wird, auf drängen der Anleger, ein Berater hinzugezogen um die Wirtschaftlichkeit des Mieters und einen eventuellen Wechsel zu einem neuen Mieter zu prüfen. Dieser benötigt für die Analyse zig Monate Zeit und ein entsprechendes Honorar und kommt zu dem gleichen Ergebnis wie die Anleger schon ein Jahr vorher. Es muss ein neuer Mieter her. Wieder wurden tausende von Euro aus der Gesellschaft verschleudert. Und, wer wird wohl mit der Suche nach dem neuen Mieter beauftragt? Der Berater der vorher sooo lange benötigte um eine einfach Tatsache festzustellen. Der aktuelle Mieter kann nicht zahlen.

Der Treuhänder und die Geschäftsleitung schlagen doch dann auch noch allen ernstes vor dem alten Mieter die Mieten zu erlassen und erst wieder vom, noch zu findenden, neuen Mieter Mieten zu kassieren. Eine Million Euro pfutsch. Natürlich geht das alles zu Lasten der Anleger. Nicht nur das die Rücklagen der Gesellschaft dabei drauf gehen, nein, die Anleger bekommen keinerlei Ausschüttungen, die ja eigentlich laut Plan die Raten für die Kredite decken sollten. Die Anleger werden im Regen stehen gelassen.

Es gibt Anleger mit acht oder zehn Beteiligungen. Für jede wurde ein Kredit aufgenommen, in der Annahme, die Rückläufe aus dem Fond würden den größten Teil der Raten decken. Nun, wo die Zeiten schlechter stehen, haben sich die Berater und Verkäufer zurückgezogen und lassen so manchen Anleger mit bis zu zehntausend Euro Belastung pro Monat zurück.

Dabei gehen ganze Familien drauf. Ein Kontakt aus Berlin erzählte mir, er habe zuerst sein Haus verkaufen müssen, dann ist ihm die Frau davon gelaufen weil kein Geld mehr für ein ordentliches Leben da war, die Kinder hätten sich abgewendet und nach einigen weiteren Jahren hat ihn sein langjähriger Arbeitgeber vor die Tür gesetzt. Jetzt lebt er von Sozialhilfe in einer kleinen Einzimmerwohnung, seine Fondsanteile gehören den Banken und trotzdem hat er noch so viele Schulden, das er alles was über den Mindestbedarf hinausgeht direkt vom Konto abgezogen bekommt.

Das ist die reale Welt der geschlossenen Immobilienfonds in Deutschland. Natürlich wurden die Anleger damals mit hohen Renditen gelockt und sind den Verkäufern auf den Leim gegangen. Das jetzt aber die Zeche nur vom Anleger getragen werden soll ist ein Unding.

anlageopfer
Stumbleupon Stumble it!